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Was macht einen guten Blogartikel aus – und ist KI eine Option?

Der folgende Text liefert Ihnen praktische Tipps für Ihren nächsten Blogartikel. Und falls Sie sich jetzt denken, dass das doch alles die KI machen könnte, gibt es einige schlagkräftige Argumente dagegen.

Was macht einen guten Blogartikel aus – und ist KI eine Option?

Das liest doch keiner!

Erst mal: Schön, dass Sie hier sind und nach der Überschrift nun auch noch diese Zeilen lesen. Das werte ich als vollen Erfolg und würde sagen, da können wir doch gleich mal die Korken knallen lassen – oder – noch viel besser, ein kleines Feuerwerk entzünden. Bitte sehr:

Und schon befinden wir uns mitten im Thema: Die erste Challenge bei einem Blogartikel ist nämlich die Headline. Wenn diese interessant genug ist und zum Weiterlesen animiert, ist das schon die halbe Miete. Für den restlichen Text braucht man als Autor ein dickes Fell. Denn die Wahrheit lautet, dass Internettexte in der Regel nur gescannt oder geskimmt werden. Während wir Autoren also viel Herzblut und Zeit investieren, uns vor Ideenreichtum in den Rausch schreiben, an Formulierungen feilen, hier kürzen und dort ergänzen, müssen wir uns bewusst sein: Nur ca. 28 % unseres Textes wird gelesen.

Und jetzt?

Ich sag‘ mal so: Ein Fell hab‘ ich mir nicht wachsen lassen; das kam für mich schon aus rein ästhetischen Gründen nicht in Frage. Und ich sitze auch nicht seit Jahren weinend in der Ecke meines Büros, dafür bin ich viel zu sehr Frohnatur. Die Lösung von uns Online-Redakteuren lautet viel mehr: die Texte dem aktuellen Leseverhalten der User im Internet anzupassen. Glücklicherweise werden hierzu immer wieder neue Studienergebnisse veröffentlicht, vor allem Eye Tracking Studien bieten profunde Erkenntnisse. Folgend finden Sie einige, wie ich finde, hilfreiche Tipps, die sofort und ohne viel Aufwand umsetzbar sind:

  • Formulieren Sie eine aussagekräftige und interessante Headline,   
  • heben Sie in Ihrem Blogtext einzelne Wörter fett hervor,
  • erzeugen Sie mit Bildern oder Videos Aufmerksamkeit,
  • durchbrechen Sie den Fließtext und wählen Sie optische Anker durch Absätze,
  • strukturieren Sie Ihren Text und nutzen Sie hierzu Zwischenüberschriften,
  • und last but not least erfreuen sich Aufzählungen großer Beliebtheit.

Drama, Baby

Bevor Sie jetzt hoch motiviert mit Ihrem Blogartikel loslegen, muss ich Sie leider noch kurz bremsen. Denn auch die beste Struktur und das übersichtlichste Erscheinungsbild eines Textes bringen nichts, wenn der Inhalt blutleer ist. Wenn beispielsweise nur Fakten aneinandergereiht werden und Ihr Text die Emotionalität eines Dudens versprüht. Um  zum Weiterlesen zu animieren, sollte man schon etwas bieten und seinen Lesern nicht einfach lieblos Informationen vor die Füße werfen. Hauchen Sie Ihrem Text Leben ein (Stichwort: Storytelling). Das investierte Herzblut lohnt sich. Denn wenn sich Ihre Leser langweilen, laufen Sie Gefahr, sie zu verlieren – im schlimmsten Fall für immer…  Apropos: Eine gewisse Dramaturgie schadet auch im Blogartikel nicht.

Schön, aber leider nicht SEO

Beamen wir uns ein kleines Stückchen in die Zukunft und stellen uns vor, Sie haben Ihren Blogartikel geschrieben. Er ist so richtig gut geworden – das Problem ist nur, dass ihn leider niemand findet, weil er bei Google in den Suchergebnissen unter ferner liefen rangiert. Das Zauberwort lautet: Keywords, also Schlüsselwörter. Ebendiese, nach denen Ihre Leser höchstwahrscheinlich auf Google suchen. Wenn Sie:

  • relevante Keywordsmöglichst suchmaschinenoptimiert platzieren,
    (zum Beispiel in Headlines und Satzanfängen),
  • wichtige Schlüsselwörter in die Bild- oder Videobeschreibung packen,
  • und Ihren Text clever verschlagworten,

dann kratzen Sie in Sachen SEO, also Suchmaschinen-Optimierung zumindest schon mal an der Oberfläche. Um tiefer zu gehen, bedarf es Spezialisten mit jahrelanger Erfahrung, die genau wissen, was zu tun ist. Und raten Sie mal, wo Sie diese finden?

Das macht mir die KI in 2 Minuten!

Diesen Satz habe ich schon tausende Male gehört und meine mittlerweile mit einem leicht genervten Unterton versehene Antwort (beim Augenrollen hab‘ ich mich noch im Griff) lautet: Jaaa, das kann sie. Die KI könnte Ihnen in super kurzer Zeit einen Text zu einem x-beliebigen Thema schreiben. Und je besser Sie mit ihr umgehen können, sprich umso klarer Sie ihr Anweisungen geben und sie mit Informationen füttern, desto besser wird das Ergebnis, das Sie ausgespuckt bekommen.

Aber,

was die KI im Jahre 2024 bislang nicht kann, ist kreativ Neues zu erschaffen. Sie kennt keinen Sarkasmus, keine Wortspiele und auch Witz und Charme sind ihr fremd. In der heutigen Zeit, in der wir im Internet aus einem Überangebot von Informationen selektieren müssen, wird die individuelle Note eines Textes immer wichtiger. Wenn Sie sich von Ihrer Konkurrenz abheben und potenzielle Kunden für sich begeistern möchten, dann brauchen Sie hierfür ganz eigene Worte. Und die kann Ihnen die KI aktuell (noch) nicht liefern. Denn diese greift bislang nur auf Milliarden von Informationen zu und berechnet, welches Wort als Nächstes am wahrscheinlichsten ist. Das ist der Grund dafür, dass KI-Texte aktuell eher nüchtern anmuten und meist beliebig und austauschbar sind. Sollte ich Sie jetzt noch nicht überzeugt haben, dann vielleicht mit dem abschließenden Fakt, dass KI-Texte keine SEO-Lieblinge sind, da es sich um recycelten Inhalt handelt.

Zusammengefasst

Am Schluss eines Blogartikels steht in der Regel ein Fazit. Das ist gar nicht so unwichtig, da Leser, die es besonders eilig haben, gerne mal direkt zum Ende des Textes springen. An dieser Stelle sollte daher in knappen, leicht verständlichen Worten der Kern des Artikels zusammengefasst sein:

Schreiben Sie mit Herzblut. Geben Sie Ihren Texten Ihre ganz individuelle Note und heben Sie sich damit von anderen ab. Vermitteln Sie Wissen auf unterhaltsame Art. Und sorgen Sie dafür, dass auch diejenigen (wir wissen leider, es sind viele), die Ihren Text nur überfliegen, trotzdem die wichtigsten Infos aufschnappen können, indem Sie einzelne Wörter optisch hervorheben. Das Ziel ist, Ihre Leser bis zum Schluss zu unterhalten.

„Oh mein Gott, Sie sind ja noch da! Vielen herzlichen Dank fürs Lesen!“

Wir haben Ihr
Interesse geweckt?
Wunderbar!